Pfifferlingomelett – Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Pfifferlingomelett

“Wenn man immer dafür sorgt, dass man genau die Person ist, die man zu sein hoffte, wenn man immer darauf achtgibt, dass man nur die besten Menschen kennt, dann ist es einem egal, ob man morgen stirbt.”

 

“Sag den Wölfen, ich bin zu Hause” von Carol Rifka Brunt, erschienen im Eisele Verlag, ist ein ganz wundervoller Roman. Ich bin jetzt noch ganz beseelt. Es ist ein Familienroman, ja. Es geht um Freundschaften, ja.  Und um die Liebe. Es ist aber auch eine  tolle “Coming-of-Age-Geschichte”. Wenn der Titel als Jugendbuch erschienen wäre, hätte mich das keine Seite gewundert oder gestört.

Finn, der Onkel von June und Greta stirbt 1987 an Aids. Er war einmal ein sehr erfolgreicher Maler und hinterlässt den Mädchen ein Gemälde,  auf dem er in den letzten Wochen vor seinem Tod, die beiden Schwestern zusammen porträtiert hat.

Finn war ein ganz besonderer Mensch, vor allem für June, die ihren Onkel heiß und innig geliebt hat – sogar ein wenig mehr, als eine Nichte ihren Onkel eigentlich lieben sollte.

Nach seinem Tod wird Junes Welt aus den Angeln gehoben. Nichts ist mehr so, wie es war. Sie fühlt sich allein und auch ihre Schwester, die Finn zwar geliebt hat, aber auf die besondere Freundschaft von June und Finn eher eifersüchtig war, entfernt sich immer weiter von June. Auch schwebt das Gespenst “AIDS” weiterhin über der Familie und June erfährt erst jetzt, dass Finn jahrelang einen festen Freund hatte, den sie nie zu Gesicht bekommen hat, da ihre Mutter der Meinung ist, dass er schuld an Finns Krankheit war.

Toby sucht den Kontakt zu June. Sie ist zunächst misstrauisch, doch er ist die letzte Verbindung zu ihrem Onkel und Toby hat ihn mindestens genau so geliebt, wie sie. Doch June muss auch feststellen, dass sie von ihrem Onkel nicht alles gewusst hat. Und dass ein Gemälde und auch ein Leben oft unterschiedliche Facetten haben, je nachdem aus welchem Blinkwinkel man es betrachtet.

 

“Ich habe Toby angerufen, weil ich dieses Lachen laut und deutlich hören konnte. Und ich wollte mehr davon, und ich wollte nichts davon. Ich bin nicht eifersüchtig. Das habe ich immer gesagt. das habe ich immer geglaubt. Aber vielleicht bin ich es doch. Vielleicht wollte ich, dass Toby die Wölfe hörte, die im dunklen Wald meines Herzens lebten. Und vielleicht war das die Bedeutung: Sag den Wölfen, ich bin zu Hause.”

 

June findet in Toby das, was sie nach Finns Tod am meisten braucht – einen Freund. Doch Toby hat Aids und so ist die Zeit, die sie gemeinsam haben, endlich.

 

“Die Sonne war mit Verschwinden beschäftigt, und ich dachte darüber nach, wie viele kleine gute Dinge in der Welt möglicherweise auf etwas Schrecklichem ruhten.”

 

Es gäbe noch so viel zu erwähnen. Die Freundschaft und Beziehung zu Junes Schwester zum Beispiel, die ebenfalls im ganzen Roman eine große Rolle spielt. Aber ich will ja nicht alles verraten. Es lohnt sich jedenfalls, dieses Buch.

 

Freundschaft

 

Und wie kriege ich jetzt den Dreh zum Pfifferlingomelett? Zum einen frühstücken June und ihre Familie ein Pilzomlette, als die beiden Schwestern die Schlüssel zum Bankschließfach mit dem Porträt bekommen und zum anderen spielt ein Wald eine große und tragende Rolle in diesem Roman. Und zum Dritten ist es grade schon recht herbstlich, so dass ein Pfifferlingomelett genau das Richtige ist.

Pfifferlingomelett - für eine Portion

Zutaten

  • 200g Pfifferlinge
  • 3 Eier
  • 75ml Sahne
  • 1/2 Teelöffel geriebener Muskat
  • 1/2 rote Zwiebel
  • 30g geräucherten Speck, in Würfel geschnitten
  • Parmesan
  • 1 EL Butter
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Zuerst Pfifferlinge putzen. Dazu mit einer möglichst weichen Bürste die Erde einfach abbürsten. Nicht waschen, wenn es geht. Die Pilze saugen sich sonst zu sehr mit Wasser voll.
  • Eier mit Muskatnuss, Salz, Pfeffer und Sahne mit einem Schneebesen verquirlen und vor dem Braten die Speckwürfel und die Zwiebeln hinzufügen.
  • Pfanne mit Butter heiß werden lassen. Mischung in die Pfanne geben und 2 Minuten stark anbraten. Dann herunterschalten und mit Schnittlauch, Parmesan und Pfifferlingen bestreuen. Abgedeckt bei niedriger Temperatur noch 8 Minuten auf dem Herd lassen und dann anrichten. Auf Brot schmeckt es sowohl zum Frühstück als auch als herzhafter Snack zwischendurch.
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Bon Appétit!

Eure Kiki.

 

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