Das kulinarische Interview mit Foodblogger und Autor Claudio del Principe

Claudio del Principe

„Ach, so ein Ofen ist eine magische Kiste, der man sein Werk anvertraut und die eine rohe Komposition in ein glühendes Festmahl verwandelt“

 

Genau so sehe ich das auch. Auf Claudio del Principe bin ich im letzten Jahr relativ am Anfang meiner Bloggerkarriere gestoßen. Claudio ist seit 2007 mit seinem Foodblog „Die anonymen Köche“ am Start, also wirklich schon eine kleine Ewigkeit und ich  lasse mich dort immer wieder gern inspirieren. Die Rezepte sind raffiniert, kommen mit wenigen Zutaten aus und er hat eine tolle Art zu schreiben. Ich bin vor gut einem Jahr über sein Kochtagebuch „A casa“ gestolpert und es sieht mittlerweile so abgelebt aus, wie es ein gutes Kochbuch möglichst tun sollte. Außerdem bin ich deshalb „Frauchen“ von einer immer noch sehr vergnügt vor sich hin blubbernden Lievito madre namens „Helga“ geworden und backe seitdem mit Begeisterung Sauerteigbrote.

Das aktuelle Kochbuch „Al forno“  aus dem AT Verlag ist ein absolutes Muss für Schmorgericht- und „Magische-Kisten-Fans“. Es besticht durch raffinierte aber überwiegend einfache Rezepte und fast auf jeder Seite denke ich mir: „Lecker! Will ich auch mal machen.“ Ein Rezept hat es mir besonders angetan. Das werde ich in einem meiner nächsten Blogbeiträge vorstellen. Man darf gespannt sein.

Ich bin also großer Fan und freue mich daher besonders, dass sich Claudio für ein kulinarisches Interview auf Kochtopf & Feder zur Verfügung gestellt hat.

 

© Marion Nitsch

 

Was ist Dein derzeitiges Lieblingsrestaurant und weshalb? 

Trattoria Trippa in Milano. Die schreiben gerade das Kapitel Trattoria neu und erobern die Herzen der Italiener im Sturm. Unkompliziertes Lokal, supersorgfältige Küche, brutal produktbezogen, mutig und kreativ.

 

Was würdest Du als Henkersmahlzeit wählen und warum? 

Eine ganz einfache Pasta! Bohnensuppe oder Linsensuppe. Seelenfutter vom Feinsten. Das erdet und befriedet. Danach bin ich bereit für alles.  

 

Kochbuch oder „Frei Schnauze“?

Je länger je mehr Frei Schnauze. Mittlerweile reicht mir eine einzige frische Zutat, die ich auf dem Markt entdecke, um damit und drumherum etwas Schönes zu kochen, aber Kochbücher nehme ich nach wie vor gerne zur Hand. Als Inspiration, um eine klassische Zubereitung nachzulesen oder eine Zutatenliste abzugleichen.

 

Kochen oder Backen? 

Am liebsten beides gleichzeitig! Bei mir bäckt oft ein Brot oder eine Focaccia im Ofen, während ich auf dem Herd was koche. Ich sage immer: Leute, kocht parallel! Wenn ich schon in der Küche stehe, bereite ich total gerne Dinge auf Vorrat zu, die ich dann für mehrere Gerichte verwende. Damit gewinnt man enorm Zeit.

 

Welcher Foodtrend wird Deiner Meinung nach völlig überbewertet und warum?

Jeder Foodtrend, der Gutes und Bewährtes wie Pasta, Brot oder Milchprodukte verteufelt und durch pseudogesunde, womöglich noch industriell gefertigte Ersatzprodukte austauscht. Pauschal zu behaupten Pasta, Butter und Käse machen dick oder Weizen ist ungesund, ist fatal. Kein Mensch braucht Ernährungsverbote, Diäten oder Superfoods. Sehr wohl aber mehr Wissen über gute Lebensmittel, woher diese kommen, wann sie reif sind und wie man sie von Grund auf selber verarbeitet und kocht.

 

Was ist Dein absolutes Lieblingsbuch, und was hat Dich daran besonders beeindruckt? 

Geständnisse eines Küchenchefs von Anthony Bourdain. Vielleicht nicht mein absolutes Lieblingsbuch, aber bestimmt das Buch, das mich am meisten motiviert hat, selber über Kochen und Essen zu schreiben. Was für ein Typ, was für eine Sprache! Das war eine kulinarische Kernschmelze, der ich mich nicht entziehen konnte.

Beeindruckt bin ich auch immer wieder von den den tollen Rezepten und auch den großartigen Fotos, die Claudio ja auch selbst macht. Im Herbst folgt übrigens schon der nächste Streich, denn in  „A Mano“ dreht sich alles um selbst gemachte Pasta. Ein Exemplar ist schon mal weg. Danke für die Inspiration und viel Erfolg bei all Deinen laufenden und kommenden Projekten.

 

Deine/Eure Kiki.

 

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