Schichttorte mit Marshmallows – Vortreffliche Frauen

Schichttorte

 „Noch isst offenbar niemand“, bemerkte er, „aber ich glaube, wir sollten uns besser in der Nähe des Büfetts postieren. Wenn es ums Essen geht, das prophezeite ich Ihnen jetzt schon, haben diese Zeitgenossen den primitiven Völkern wenig voraus.“

 

Ein vortrefflicher Roman. Ende der Rezension. Gut, okay. Ein wenig mehr verrate ich euch über Barbara Pyms‘ Vortreffliche Frauen von Dumont. Mildred, über dreißig und immer noch ledig, lebt im Nachkriegslondon der Vierzigerjahre. Ihr Leben verläuft geordnet, sie ist Teil ihrer Kirchengemeinde und das Aufregendste das in der Woche passiert, ist das sonntägliche Mittagessen im Pfarrhaus. Und auch da kann sich Mildred darauf verlassen, dass die gute Mrs. Jubb ein langweiliges und fades Gericht auf den Tisch bringt. Das alles ändert sich schlagartig, als die recht glamouröse Familie Napiers unter ihr einzieht.

Der überaus charmante Marineoffizier Rockingham und die für damalige Zeiten recht unkonventionelle Anthropologin Helena sind ein eher ungleiches Paar und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die herzensgute Mildred zwischen die Fronten einer ausgewachsenen Ehekrise gerät. Zumal selbst Mildred selbst auch etwas dem Charme von „Rocky“ erliegt. Und so fungiert Mildred als Mittlerin zwischen zerstrittenen Ehepaaren und Affären, tröstet hier und hilft da. Denn dafür sind unverheiratete vortreffliche Frauen doch da? Oder etwa nicht?

Als dann auch noch Miss Allegra Gray, die Witwe eines Geistlichen, auftaucht und Pater Mallory schöne Augen macht, wird selbst der selbstlosen Mildred alles zu viel. Nachdem die Verlobung zwischen Miss Gray und dem Pater bekannt gegeben wird, ist das Mitleid für Mildred groß. Hätte sie nicht eine vortreffliche Ehefrau für Pater Julian abgegeben? Doch ist es das einzige Ziel einer Frau, verheiratet zu sein? Vielleicht gibt es doch auch noch andere Dinge, die ein erfülltes Leben ausmachen.

 

„Aber Männer sollten in der Lage sein, ihre Probleme selbst zu lösen“, sagte ich. „Sonst haben sie doch auch keine Skrupel offen zu sprechend andere unglücklich zu machen.“

 

Visuelle Menschen haben es in Buchhandlungen echt schwer…

Das Buch war mal wieder ein Coverkauf. Ich habe noch nie von Barbara Pym gehört und wusste auch nicht, dass der Roman bereits in den 50er Jahren erschienen ist. In den 60ern fast vergessen wurde die Autorin in den 70er Jahren wiederentdeckt und sogar für den Booker Prize nominiert. Ein wirklich zeitloser Sittenroman. Ich liebe Pyms‘ scharfe Beobachtungsgabe und den britischen Humor, der Seite für Seite durchblitzt. Außerdem erinnert der Stil durchaus auch entfernt an Jane Austen. Also: Earl Grey aufgesetzt und fix eine Schichttorte gebacken.

 

 

„Haben Sie etwas von meiner selbst gebackenen Schichttorte abbekommen, Herr Pfarrer?“, fragte Miss Statthat besorgt. „Ich wollte so gerne, dass Sie sie probieren.“

 

Schichttorte

Schichttorte mit Marshmallows

Zutaten

    Baisers:
  • 8 Eiweiße
  • 400 g Zucker
  • Marshmallows:
  • 250 g Zucker
  • 5 Blatt Gelatine
  • 1 Eiweiß
  • 1 Vanilleschote
  • Lebensmittelfarbe
  • Orangenblütenwasser (nach Belieben)
  • Zuckerblüten zum Dekorieren
  • Beeren:
  • 400 g Wildheidelbeeren
  • 100 g Himbeeren
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Balsamico
  • Sahne:
  • 1 Vanilleschote
  • 2 EL feiner Zucker
  • 200 g Sahne
  • 100 g griechischer Joghurt

Zubereitung

  • Den Backofen auf 110 Grad vorheizen. Die Eiweiße in der Küchenmaschine mit einer Prise Salz steif schlagen. Dann nach und nach den Zucker zugeben und so lange schaumig schlagen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Zwei Backbleche mit Papier auslegen und zwei Kreise mit ca. 20 cm Durchmesser ausstreichen. Mit dem Löffelrücken Spitzen hochziehen und kleine Kuhlen formen. Die Baisers für 2 Stunden backen und dann im Ofen erkalten lassen.
  • Gleichzeitig die Marshmallows zubereiten. Den Zucker mit 125 ml Wasser erwärmen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. und der Sirup klar ist. Inzwischen die Gelatine in 70 ml Wasser einweichen. Sobald der Sirup klar ist, die Temperatur erhöhen. Ein Zuckerthermometer in den Topf geben und den Sirup kochen lassen bis 110 Grad erreicht sind. Die Gelatine bei mittlerer Hitze in einem Topf auflösen. Das Eiweiß zu Schnee schlagen. Sobald der Sirup 122 Grad erreicht hat bei laufender Küchenmaschine zum Eischnee geben. Die Gelatine dazugeben und das ausgeschabte Vanillemark. Lebensmittelfarbe und Orangenblütenwasser zugeben und insgesamt 6-8 Minuten weiterrühren, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Für 1-2 Stunden in den Kühlschrank geben und dann auf den Baiserböden verteilen. Die schönsten Beeren beiseite legen. Die restlichen Beeren mit dem Zitronensaft, dem Zucker und dem Balsamico verrühren und 10 Minuten marinieren lassen. Die zweite Vanilleschote auskratzen und mit dem Zucker und der Sahne halbsteif schlagen. Den Joghurt unterheben.
  • Drei Viertel der Sahne auf den Boden geben und zum Rand ausstreichen. Die Hälfte der Beeren darauf verteilen. Das zweite Baiser aufsetzen und mit dem Rest gleich verfahren. Mit Zuckerblüten dekorieren.
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Einmal angeschnitten und rausgeschaufelt schaut die Schichttorte leider nicht mehr ganz so vortrefflich aus. Aber wenigstens bunt.  Let’s have a cup of tea together. Habt ihr Lust?

Eure Kiki.

 

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