Rindfleisch in Penang-Chilisauce – Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Rindfleischcurry

“Hattest Du Angst?” “Ich war zu blöd um Angst zu haben.”

Die letzten Tage von Rabbit Hayes, von Anna Mc Partlin aus dem Rowohlt Verlag, ist berührend, traurig und gleichzeitig tröstlich und wunderbar. Der Roman ist bereits 2015 erschienen und eines der wenigen Bücher, die über einen so langen Zeitraum in meinem Regal bleiben. Daher möchte ich es euch heute ganz besonders ans Herz legen. Kein leichter Stoff. Es geht um Krebs. Mia Hayes, genannt Rabbit, ist bereits im letzten Stadium der Krankheit angelangt, und wird zu Beginn des Buches von ihrer Mutter in ein Hospiz gebracht. Nachdem sie zwischendurch krebsfrei war, kam die Krankheit zurück. Nach einem Beinbruch stellt sich heraus, dass sie bereits Metastasen in den Knochen hat. Also bleibt ihr und ihrer Familie nur noch wenig Zeit.

In diesen letzten 9 Tagen lernen wir Rabbit und ihre warmherzige und starke Familie kennen um dann letztlich doch und unausweichlich von ihr Abschied nehmen zu müssen.  Es beschreibt auch, vermute ich, ziemlich gut, welche Phasen auch die Angehörigen durchlaufen müssen. Die Verzweiflung, die Strohhalme an die man sich dann doch wieder klammert, weil die Vorstellung einen geliebten Menschen zu verlieren, einfach so unvorstellbar ist. Anna Mc Partlin schafft es außerdem, jeden Charakter so einzigartig und sympathisch zu machen, dass einem die ganze Geschichte noch mehr zu Herzen geht.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt außerdem das Leben von Rabbit, von dem Tag an, in dem sie  ihrem Bruder Davey und dessen Garagenband “Kitchen Sink” beim Proben zuhört und sich in den Leadsänger Johnny Faye verliebt, der Liebe ihres Lebens. Und auch von ihrer Tochter Juliet, die als Ergebnis eines One-Night-Stands, die zweite und noch größere Liebe ihres Lebens wird. Was ich wahnsinnig gelungen finde, ist, dass Autorin diesen doch sehr gewissen Ausgang der Geschichte  durch viele warmherzige und skurrile Szenen zu brechen versteht. Sonst wäre es wirklich manchmal schwer auszuhalten. Aber so ist das Leben eben auch einfach häufig. “Lachen, wenn es zum Weinen nicht reicht”, sagt ja auch ein altes Sprichwort.

 

“Ah Molly, Sie sind das. ” Pater Frank war plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich neben sie auf die Bank geschoben … “Nicht jetzt”, hatte sie gesagt. ” Ich habe es gehört.” “Und …?” “Sie sind wütend, und Sie haben dem Jesuskind den Mittelfinger gezeigt.” Er schüttelte den Kopf. “Woher wissen Sie das?”, fragte Molly leicht verunsichert. “Schwester Veronica hat das Tabernakel poliert.”

 

Ich möchte auch gar nicht zu viel verraten, denn man muss dieses Buch definitiv selbst erfahren. Eine Verfilmung könnte ich mir übrigens auch gut vorstellen, aber meistens ist das Buch ja ohnehin besser. Julie Walters als Molly (mit dem Namen kennt sie sich ja aus) wäre eine fabelhafte Besetzung.

 

Rindfleischcurry

 

Die Box mit Taschentüchern ist jedenfalls definitiv ratsam. Und vielleicht ein Curry. Ein warmes und tröstendes Rindfleischcurry zum Beispiel.

 

“Wenn sie sich freitags- oder samstagabends auf Sauftour und auf Frauenfang machten, blieben Johnny und Rabbit mit einem Curry und einem Videofilm zu Hause. Francis und Jay behandelten sie wie ein Pärchen, und sie wehrten sich nicht dagegen.”

Rindfleisch in Penang-Chilisauce

Zutaten

  • 400 ml Kokosmilch aus der Dose (Dose dafür mind. 3 Stunden stehen lassen, dabei nicht bewegen
  • 2 EL Weizenkeim- oder Erdnussöl
  • 1/2 Menge thailändische Chilipaste "Penang"
  • 8 frische Kaffirlimettenblätter
  • 450g Rindfleisch in 3 mm dicke Scheiben geschnitten (ich habe eine Rindfleischbeinscheibe verwendet)
  • 2 EL Fischsauce
  • 1 TL Palmzucker oder brauner Zucker
  • 1 rote Vogelaugenchili, in feine Ringe geschnitten
  • Für die Chilipaste
  • 1/2 TL Pfefferkörner
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 10 getrocknete große rote Chilischoten, Samen entfernt und für 1-2 Stunden in kochendes Wasser eingeweicht
  • 1 Stängel frisches Zitronengras, in sehr feine Scheiben geschnitten (nur der weiße Teil)
  • 5 cm frischer Ingwer, geschält und gehackt
  • 3 frische Korianderwurzeln, gehackt
  • 3 Schalotten, gehackt
  • 10 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1/2 TL Garnelenpaste oder 2 Sardellen, gehackt
  • 1 EL Erdnussbutter

Zubereitung

  • Für die Chilipaste Pfefferkörner, Koriandersamen und Kreuzkümmel im Mörser oder in einer Gewürzmühle zu Pulver zermahlen. In den Mixer geben. Chillischoten samt Einweichflüssigkeit, Zitronengras, Ingwer, Korianderwurzeln, Schalotten, Knoblauch, Garnelenpaste und Erdnussbutter hinzufügen und zu einer glatten Paste pürieren. Die übrig gebliebene Chilipaste kühl stellen oder einfrieren.
  • Nach 3 Stunden hat sich die Kokoscreme in der Dose an der Oberfläche abgesetzt. Dose vorsichtig öffnen und die Kokoscreme abnehmen und in einem antihaftbeschichteten Topf oder Wow bei mittlerer bis hoher Temperatur erhitzen. Öl, Chilipate und 6 Kaffirlimettenblätter hineingeben. Unter Rühren anbraten, bis sich die Chilipaste goldgelb färbt und angenehm duftet. Das Öl sollte sich abtrennen.
  • Nun das Fleisch zugeben und eine Minute unter Rühren anbraten. Fischsauce, Palmzucker, restliche Kokosmilch einrühren und 120 ml Wasser hinzufügen.
  • Gründlich vermischen und zum Kochen bringen. Bei niedriger Temperatur 30-34 Minuten köcheln lassen, bis die Soße eingedickt ist und das Fleisch gar ist.
  • Die übrigen Limettenblätter der Länge nach halbieren und in sehr feine Streifen schneiden. Mittlere Blattader entfernen. Das Curry in Schüsseln füllen und mit den Chiliringen und Limettenblätterstreifen garnieren. Dazu Reis servieren.
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Rindfleischcurry

 

Ich hoffe, ihr habt euch wieder aufgewärmt.

Eure Kiki

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