Lieblingsbücher in Zeiten von Corona

Lieblingsbücher

   “Manches geschieht, was sich mancher nicht denken kann.”

Da wir alle ja aktuell aus bekannten Gründen irgendwie mehr Zeit haben als sonst und wahrscheinlich auch nicht immer nur von Netflix und Co berieselt werden wollen, habe ich euch meine allerliebsten Lieblingsbücher zusammengestellt. Ich hoffe, ich kann euch zu dem einen oder anderen Buchkauf inspirieren. Gerade jetzt brauchen eure “Local Bookdealer” eure Unterstützung. Die meisten Händler liefern immer noch direkt zu euch nach Hause und sind, im Gegensatz zu diesem anderen etwas größeren Onlinehändler, auf euch angewiesen. Also macht es euch schön, packt euch ein Buch und euer Haus- oder Kuscheltier auf den Bauch und gönnt euch eine kleine Auszeit von dem ganzen Wahnsinn. Beim Lesen gibt es keine Reisebeschränkung oder Grenzschließung und den kleinen grauen Zellen tut es außerdem gut.

Harry-Potter-Fan? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für Dich

Mein erster Tipp ist ein Klassiker und seit ewigen Zeiten eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ja, es ist ein Jugendbuch und sozusagen der Harry Potter meiner Kindheit: Krabat von Ottfried Preußler aus dem Thienemann Verlag. Schaut etwas abgeliebt aus, was? Ist es auch …

 

Lieblingsbücher

 

Die Geschichte spielt in der Lausitz des 18. Jahrhunderts. Krabat, ein vierzehnjähriges Waisenkind hört von einer schwarzen Mühle im Koselbruch, die nicht ganz geheuer sein soll. Da es einem aber dort aber an nichts fehlen soll und er nicht weiß wie er sonst über die Runden kommen soll, verschreibt sich der Junge dem düsteren Mühlenmeister und beginnt eine Lehre als einer von zwölf Mühlknappen. Dort wird aber nicht nur das Müllerhandwerk gelehrt, sondern auch die schwarzen Künste und der unheimliche Meister ist mit dem Leibhaftigen im Bunde, der einmal im Jahr aus den Reihen der Mühlenbewohner ein Opfer verlangt. Krabat, zuerst fasziniert von der Macht, die er durch seine magischen Fähigkeiten hat, gerät immer tiefer in die Fänge des Meisters und letztendlich kann ihn nur die Liebe retten. Wie sich das eben so gehört.

Ursula Poznanski: Nichts für schwache Nerven!

Mein zweiter Tipp und ein echter “Pageturner” ist die knallharte und superspannende vierbändige Reihe um das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von Ursula Poznanski. Ich persönlich finde die ersten beiden Bände “Fünf” und “Blinde Vögel” am stärksten.

 

Lieblingsbücher

 

Die Ermittler sind charismatisch und extrem sympathisch, die Geschichte um den jeweiligen Serienmörder ausgeklügelt und gut konstruiert. In “Fünf” spielt Geocaching eine besondere Rolle in der Jagd nach dem Killer und  in “Blinde Vögel” ist eine Lyrik-Facebook-Gruppe das Verbindungsglied zwischen den Opfern.

 

“In jene Schlucht, drin Luchs und Panther wüten, versanken unsere Helden. Kampfesbleich, und an den Sträuchern hängt ihr Fleisch wie Blüten. In diese Hölle, unserer Freunde Reich, lass, Grausame, uns reglos niedergleiten, dass unser Hass durchglüh’ die Ewigkeiten!”8 Personen gefällt das

 

Falls dem einen oder anderen der Name “Poznanski” etwas sagt: sie hat 2011 mit dem Jugendbuch Erebos  den Deutschen Jugendliteraturpreis abgeräumt. Auch ein tolles Buch.

A propos Nerven: Niklas Natt och Dag

Immer noch eines meiner Lesehighlights im letzten und auch schon in diesem Jahr. Denn es gibt jetzt zwei Bücher dieses genialen Autors, die so gar nicht typisch für das Schwedenkrimigenre sind. 1793″ und “1794” von Niklas Natt och Dag aus dem Piper Verlag,  spielen im Stockholm des 18. Jahrhunderts, sind aber keine Historienschinken, sondern knallharte Thriller mit einem ganz  besonderen Setting.

 

Wirsingroulade

 

Während des Lesens man hat ständig das Gefühl, den Unrat und den Gestank der Gassen Stockholms  zu riechen. In “1793” wird eine zum Torso verstümmelte Leiche angeschwemmt und der Stadtknecht Jean Michael Cardell, der lange im Krieg gedient und dort seinen Arm verloren hat, trifft, nachdem er das misshandelte Opfer aus dem Stadtteich gezogen hat,  in der Leichenhalle  zum ersten Mal auf den an Schwindsucht erkrankten Cecil Winge, der in dieser mysteriösen Sache für die Stockholmer Polizei ermitteln soll. Die beiden beschließen diesem abscheulichen Verbrechen gemeinsam auf den Grund zu gehen.

 

“Jetzt da der Rausch in einen Kater umgeschlagen ist, nimmt der Zorn überhand. Außerdem stört ihn Winges nüchterne Haltung gegenüber der Leiche; dabei hat doch er selbst mehr Tote gesehen, als man seinem ärgsten Feind wünscht. Als wäre er abergläubisch, spuckt er über die Schulter.”

 

Geniale Dialoge, unerwartete Wendungen und Details, die einem Schauer über den Rücken jagen: So muss ein guter Thriller sein. Wer noch mehr zum Inhalt erfahren möchte: 1793 habe ich bereits im letzten Jahr ausführlich besprochen.

Jetzt wird’s fantastisch – Patrick Rothfuss

Ich bin normalerweise kein Fantasyfan, aber diese Trilogie (die eigentlich vier Teile hat und außerdem lässt uns der Autor seit schlappen 9 Jahren auf den letzten Band warten) von Patrick Rothfuss, genannt “Die Königsmörderchroniken” dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Erschienen sind die ersten drei Bücher plus Spin-off bei Klett Cotta.

Die Geschichte beginnt in einem Wirtshaus, in dem der Gastwirt Kote einen Chronisten vor einem Dämonen rettet. Der Geschichtsschreiber erkennt schnell,  dass es sich bei Kote um niemand anderen handelt, als um den sagenumwobenen Helden Kvothe , dem berühmten Magier und Musiker, dem er schon lange Zeit auf der Spur ist. Nach einigem Zögern willigt Kvothe ein, den Chronisten seine Lebensgeschichte niederschreiben zu lassen. Die Erzählung soll drei Tage dauern.

Im ersten Teil “Der Name des Windes” erzählt Kvothe von seiner Kindheit. Nachdem seine Eltern von den  sagenumwobenen Chandrian ermordet wurden, schlägt er sich zunächst als Betteljunge durch und wird dann als jüngster Schüler auf das Arkanum, der Universität für hohe Magie, aufgenommen. In der zugehörigen Bibliothek hofft er mehr Informationen über die mysteriösen Mörder seiner Eltern zu finden. Im zweiten Teil, “Die Furcht der Weisen”, der in der deutschen Ausgabe auf zwei Bände aufgeteilt wurde begibt sich Kvothe auf eine Reise, die ihn den Geheimnissen der Chandrian immer näher bringt. Mehr möchte ich da gar nicht verraten.

 

“”Ich bin ein Mythos”, sagte Kote leichthin und machte dazu eine dramatische Handbewegung.”Eine ganz besondere Art von Mythos. Ein Mythos, der sich selbst erschafft. Die besten Lügen über mich sind die, die ich selbst in die Welt gesetzt habe.”

 

Lieblingsbücher

 

Im Gegensatz zu sonstigen Fantasyepen verzichtet Rothfuss auf die üblichen Schlachten und auf ausufernde Gemetzel. Die Protagonisten, die Sprache und der Aufbau des Buches als Heldenreise haben mich sofort in den Bann gezogen. Und vielleicht gibt es ja tatsächlich irgendwann einmal den letzten Band.

Wie wir alle wissen: Dystopien sind oft näher als man denkt!

Last but not least. Für alle, die sich vielleicht erst jetzt durch die hochgelobte Netflixserie “Der Report der Magd” bingen, sei  “Die Zeuginnen” von Margaret Atwood empfohlen. The Handmaid’s Tale wurde bereits schon vor 35 Jahren geschrieben. Da war es natürlich umso spannender, ob eine Fortsetzung dieses hochgelobten Klassiker überhaupt gelingen kann. Kann sie. Soviel kann ich verraten.

 

Lieblingsbücher

 

Die Geschichte geht weiter im Staate Gilead und wie so viele, habe ich mich auch oft gefragt, wie es mit Desfred, Nick und der kleinen Nicole wohl weiterging. Mrs. Atwood liefert die Antworten. Geschickt webt sie die Fäden ineinander bis zum großen Showdown. Der Schreibstil ist noch pointierter und der ganze Roman temporeicher als der Vorgänger. Wirklich mal wieder ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann und bei dem ich wirklich traurig war, auf der letzten Seite anzukommen. Mehr zum Inhalt findet ihr: hier.

So, ich hoffe, es war was für euch dabei und ihr habt so richtig Lust loszulesen. Nutzt die gewonnene Zeit und macht das Beste daraus, oder wie Margaret Atwood so treffend schreibt:

“Geduld ist die Mutter des Sieges.”

 

Schlimmer als jede Dystopie – Die Korrekturen

Da kann kein Thriller und auch keine Dystopie der Welt mithalten, wenn uns Jonathan Franzen in die Abgründe der Familie Lambert blicken lasst. Die Korrekturen”, erschienen im Rowohlt Verlag ist ein großartiger Familien- und Gesellschaftsroman und es gibt für fast jeden den Moment in dem man “Oh Gott, dass könnte unsere Familie sein”, denkt. Gänsehaut!

 

Lieblingsbücher

 

Mutter Enid hat nur ein Ziel: noch einmal die ganze Familie zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest zusammenzutrommeln. Kein leichtes Unterfangen, denn jedes der fünf Familienmitglieder hat so seine Probleme. Ihr Mann Alfred, der an Parkinson leidet, Sohn Chip, der wegen einer Affäre mit einer Schülerin seine Anstellung als Literaturprofessor verliert und sich auf krumme Geschäfte in Litauen einlässt. Gary, der unter Depressionen leidet und in einer völlig zerrütteten Ehe festhängt und Denise, die als Köchin in der Spitzengastronomie ihre Stellung verliert, da sie sowohl mit ihrem Chef als auch dessen Ehefrau eine Affäre hatte. Einfach großartig und schwarzhumorig bis bissig.

Ich hoffe, es ist für euch etwas dabei. Kleine Bitte: Unterstützt beim Bücherkauf die kleineren Buchhandlungen in eurer Nähe. Hier auch eine (sicher nicht vollständige) Liste Münchner Buchhandlungen, die auch jetzt noch zu euch nach Hause liefern. Ihr könnt gerne in den Kommentaren ergänzen!

Bleibt fit. Eure Kiki.

 

Buchpalast

Buchhandlung am Nordbad

Buchhandlung Isarflimmern

Buchhandlung Lehmkuhl

Buchhandlung Lentner

Bücher Hacker

Buch & Bohne

Moths

Sendlinger Buchhandlung

Words Worth

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hungrig auf mehr?