Das kulinarische Interview mit Bestsellerautorin Jenny Colgan

Jenny Colgan

„An diesem kalten Morgen strömten die Kunden in Scharen herein, schon allein, um einen Moment dem Wind zu entgehen. Und dann nutzen Sie die Gelegenheit natürlich, um zum Beispiel ein paar Zimt-Pekanuss-Brötchen mitzunehmen. Die heiße Schokolade blubberte in ihrem Topf und wurde mit jeder Tasse immer dicker und reichhaltiger, und die Kasse klingelte den ganzen Vormittag zufrieden.“

 

Weihnachten, in der kleinen Bäckerei am Strandweg, von Jenny Colgan aus dem Piper Verlag ist der dritte Teil dieser bezaubernden Buchreihe um Polly Waterford, die sich nach der Pleite ihrer Firma auf der Gezeiteninsel Mount Polbearne eine neue Existenz aufgebaut hat und mit ihrem amerikanischen Freund Huckle und dem zahmen Papageientaucher Neil in einem Leuchtturm lebt. Das klang auch für Polly zuerst sehr romantisch, leider ist die Realität dann doch oft zugiger und kälter.

Natürlich dreht sich dieses Mal alles um das Fest der Liebe und Polly hat nur ein Ziel: Alles muss perfekt werden. Bis dahin ist es natürlich noch ein weiter Weg und es gibt das ein oder andere Problemchen, das bis dahin noch gelöst werden will. Pollys Freundin vertraut ihr ein Geheimnis an, welches große und schwerwiegende Folgen haben kann, die Arbeit türmt sich und auch mit ihrem Freund Huckle gilt es die ein oder andere Krise zu überwinden, bis es dann schließlich doch besinnlich werden kann.

Jenny Colgan schafft es immer wieder, dass einem das Wasser förmlich im Mund zusammenläuft. Man riecht fast schon das frische Brot, gemischt mit der salzigen Seeluft. Am Ende jeden Bandes gibt es sogar einen kleinen Rezeptteil zum Ausprobieren. Und die Figuren sind so sympathisch und liebevoll gezeichnet, dass einem ganz warm ums Herz wird.

Was wohl an Weihnachten bei Jenny Colgan so auf den Tisch kommt? Sie hat es mir verraten. Ich freue mich sehr, euch das zweite kulinarische Interview präsentieren zu können und mit euch mehr über die sympathische Autorin zu erfahren, die mit ihrer Familie in Edinburgh und in Frankreich lebt.

 

© Charlie Hopkinson 2014

 

Gibt es DAS typisch-schottische Weihnachtsessen und was steht bei Jenny Colgan an Weihnachten auf dem Tisch?

Gans ist in Schottland sehr beliebt, aber ich bleibe bei Truthahn und jeder Menge von den Sachen, die die  Kinder mögen – die Truthahnfüllung und Chipolatawürstchen mit Rotkohl und Rosenkohl. Und ich mache sehr gute Ofenkartoffeln, wenn ich mich mal selbst loben darf.

Heiligabend ist immer viel los – wir öffnen unsere Geschenke immer erst am Weihnachtsmorgen, also versuchen wir, die Kinder früh ins Bett zu bekommen, dann öffnen mein Mann und ich eine Flasche Champagner und machen Socca, die Kichererbsenfladen, die in Südfrankreich beliebt sind, mit viel Salz und Pfeffer. Die sind so lecker, die liebe ich.

 

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Rezepte in Deine Bücher aufzunehmen? Und was ist Dein Lieblingsrezept in „Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg“?

Na ja, ich backe gern einfache Sachen, die mich an Bücher erinnern, die ich gerade gelesen habe, damit alle mitmachen können, die Lust dazu haben – ich mache nichts zu Kompliziertes. Shortbread ist immer einfach  und man kann es herrlich zum Kaffee servieren.

 

Was ist Dein Lieblingsgetränk an Weihnachten? 

Champagner! Aber mein Mann hat früher an Weihnachten in der Karibik gearbeitet, deshalb bestelle ich für ihn zur Erinnerung immer extra Rum-Punsch. Und ich mag gern ein bisschen Lebkuchensirup in meinem Kaffee.

 

Kochbuch oder „frei Schnauze“ ? 

Außer bei Gerichten, die ich schon tausendmal gemacht habe, benutze ich mein Kochbuch oder Rezepte aus dem Internet. Sonst vergesse ich aus Versehen den Fond oder etwas anderes Wichtiges.

 

Was würdest Du als Henkersmahlzeit wählen?

Die Pasta von meiner Mum.

 

Was ist Dein derzeitiges  Lieblingscafé oder -restaurant in Edinburgh?

Oh, es gibt da einen tollen Laden – falls jemand von Deinen Lesern mal nach Edinburgh kommt –, weit abseits der üblichen Ecken, es heißt das Edinburgh Food Studio. Die machen experimentelle Sachen, es ist eine Testküche. Aber sie haben ein paar lange Holztische und man kann reinkommen und probieren, was sie an dem Tag gerade machen. Sie sind einfach phänomenal. Man kann dort ab und zu echt ausgefallene Sachen essen, aber man weiß vorher nie, was man bekommt.

 

Vielen Dank, liebe Jenny für dieses Interview,

und ein frohes Weihnachtsfest für Dich und Deine Familie!

 

Jenny Colgan

 

Übersetzt hat das Interview netterweise meine Freundin und Übersetzerin Karen Gerwig. Danke, Karen! Und wer jetzt noch Lust auf eine romantische Weihnachtsgeschichte bekommen hat: Die Buchhandlung eures Vertrauens hat sicher noch offen. 

 

Ho, ho, ho!

Eure Kiki

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hungrig auf mehr?