Gemüselasagne mit Sauerteigblättern – Marianengraben

“Die Welt wartet nicht auf einen, das tut sie nie, glauben Sie mir – aber sie läuft einem auch nicht davon. Das ist eine gute Sache, wissen Sie.”

Was hat der Marianengraben mit einem Roadtrip in die Berge zu tun? Ziemlich viel, wie ich aus dem neuen Roman von Jasmin Schreiber von Eichborn erfahren habe.

Paulas Leben ist nicht mehr dasselbe, seit ihr kleiner Bruder Tim vor zwei Jahren ertrunken ist. Sie hat sogar den Beweis, dass ihr Herz in dem Moment gebrochen ist, in dem sie die Nachricht seines Unfalles erhalten hat: Der Ausdruck eines Graphen ihrer Smartwatch, auf dem ihr Herz von vierundsiebzig Schlägen pro Minute auf einhundertzweiundsiebzig kletterte und nicht mehr sank, minutenlang.

Paula fiel damals in ein tiefes Loch, so tief wie der Marianengraben. Und weder die Zeit noch eine Therapie konnten sie aus dieser schwarzen Tiefe wieder herausholen. Einfach alles erinnert sie an Tim und eine Welt ohne ihn erscheint unvorstellbar. Doch sie befolgt den Rat ihres Therapeuten und besucht das erste Mal seit der Beerdigung Tims Grab. Und sie möchte allein dabei sein. Also klettert sie eines Nachts über die Friedhofsmauer – stilsicher mit Trittleiter – und steht schließlich vor dem Grab mit der Inschrift:

 

“Tim: Abenteurer, Meeresforscher, weltbester Schwimmer, Bruder und Sohn.”

 

Doch sie ist nicht die Einzige, die sich in dieser Nacht auf dem Friedhof herumtreibt. Denn statt auf die  zuerst vermuteten Zombies trifft sie auf den dreiundachzigjährigen Helmut, einen recht eigenwilligen Herrn, der gerade dabei ist die Urne seiner Freundin und Exfrau Helga auszubuddeln, um ihren letzten Willen zu erfüllen, nämlich, ihre Asche in den Bergen zu verstreuen. Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Zwei Menschen, die auf den ersten Blick nichts verbindet und doch so viel gemeinsam haben. Die sich gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort getroffen haben und so viel voneinander lernen können. Ein wunderbares Buch, nicht traurig sondern skurril, lustig und vor allem tröstlich.

 

“Dass wir alle sterben müssen ist so unglaublich, ich empfinde es als eine grausame Ungeheuerlichkeit, als die schlimmste Beleidigung, die es geben kann.”

 

 

Paula ist übrigens Vegetarierin und schafft es sogar, den sturen Helmut immer öfter zu fleischlosen Gerichten zu überreden. Als sie am Ziel angekommen sind, zaubert Paula eine Gemüselasagne und die gibt es bei mir auch heute. Aber ganz anders als ihr denkt, denn: Nichts ist so, wie scheint und es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Deshalb besteht meine Gemüselasagne aus Sauerteigblättern (Lievito madre) und der Béchamelsoße habe ich die rosarote Brille aufgesetzt. Dazu gibt es ein frisches Petersilienöl.

 

Gemüselasagne

Gemüselasagne mit Sauerteigblättern

Zutaten

  • 200 g Lievito madre
  • 5 g Meersalz
  • Gemüseragout:
  • 3-4 EL Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel, gehackt
  • 200 g rohe Rote Bete, gewürfelt
  • 200 g Butternuskürbis, geschält und gewürfelt
  • 1 TL schwarze Knoblauchpaste
  • 3 Zweige frischer Thymian , die Blättchen gezupft
  • Balsamico
  • Salz Pfeffer
  • 4 Kräuterseitlinge
  • 200 g Taleggio
  • Rosa Béchamel:
  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 500 ml Milch
  • Muskatnuss
  • 1 TL Rote Bete Pulver
  • Petersilienöl:
  • 600 g glatte Petersilie
  • 550 ml Traubenkernöl
  • 5 g Salz
  • Kampottpfeffer
  • Einige Blättchen Blutampfer zur Deko

Zubereitung

  • Den Ofen auf 170 Grad vorheizen (Ober-/Unterhitze). Lievito madre mit Salz würzen und in dünnen Kreisen auf mehrere Backbleche verstreichen. Für 10-12 Minuten im Ofen goldbraun backen. Beiseite stellen. Für das Gemüseragout, die Zwiebeln glasig schwitzen. Butternusskürbis- und Rote-Bete-Würfel dazugeben und weitere 10 Minuten anbraten. Schwarze Knoblauchpaste und die Hälfte der Tymianblättchen dazugeben. Mit Balsamico ablöschen und das Ragout für 15 Minuten weichköcheln. Ggf. Wasser zugeben. Das Ganze sollte nicht zu flüssig sein und leicht karamellisiert. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Kräutersaitlinge in dünne Scheiben scheiden und in Olivenöl goldgelb anbraten. Für die Béchamelsoße, die Butter in einer Kasserolle schmelzen, Mehl zugeben und unter ständigem Rühren leicht braun werden lassen. Mit Milch ablöschen, langsam wieder erhitzen und unter permanentem Rühren eindicken lassen. Mit Muskatnuss abschmecken. Zum Schluss das Rote-Bete-Pulver unterrühren. Warm stellen. Jetzt die Lasagne schichten: Sauerteigfladen, Gemüseragout, einige Bröckchen Taleggio, Scheiben vom Kräutersaitling, etwas Béchamel, usw. Für 15 Minuten in den Ofen, bis der Käse geschmolzen ist und die Lasagne heiß ist. Für das Petersilienöl die Petersilie im Foodprocessor zerkleinern und mit dem Öl und dem Salz vermischen. Mehrfach durch ein Sieb streichen und die Lasagne damit servieren. Mit Kampottpfeffer verfeinern.
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Gemüselasagne

Na? Was sagt ihr? Neue Dinge sind jedenfalls gut für die Synapsen und als Vorspeise ist diese Gemüselasagne auf jeden Fall ein echter Hingucker. Tim hätte sie sicher megakrass gefunden. Ich hoffe, ihr auch.

Eure Kiki.

2 Antworten zu “Gemüselasagne mit Sauerteigblättern – Marianengraben”

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