Ramen mit Rindfleisch – Die Ladenhüterin

Ramen

“Bei Menschen, die ständig etwas gering schätzten, war besonders der Blick interessant. Bei manchen erkannte man darin Misstrauen und Furcht vor Ablehnung. Es gab aber auch solche, deren aggressives Funkeln Empörung widerspiegelte, oder solche, die instinktiv auf andere herabsahen und deren Augen vor Lust an der eigenen Überlegenheit feucht glänzten.”

 

Ein starker Satz, oder? Fein beobachtet und treffend formuliert. Und das ist nicht der Einzige. Die Ladenhüterin, von Sayaka Murata aus dem Aufbau Verlag ist ein wahrer Schatz an feinen Beobachtungen und Formulierungen. Wieder einmal konnte ich mich auf meine Gabe, gute Bücher anhand eines schönen Covers auszusuchen, verlassen. Klappt übrigens bei mir auch bei Wein. Meistens jedenfalls.

Keiko Furukura ist ein wenig anders als alle anderen. Schon als Kind konnte sie zum Beispiel nicht verstehen, warum sie den toten Vogel, den sie mit ihren Freundinnen im Park gefunden hat, nicht einfach ihrem Vater zum Abendessen mitbringen darf. Wo er Hühnchen doch so gerne isst. Warum muss man ihn begraben und auch noch Blumen sterben lassen, um sein Grab zu schmücken? Sie merkt schnell, dass ihr Verhalten meist nur Irritation hervorruft und sich ihre Familie nur noch Sorgen um sie macht – sie “heilen” möchte. Daher bleibt sie eher für sich und versucht sich möglichst unauffällig zu verhalten.

Auf dem Weg zur Uni, stößt sie auf einen neuen Supermarkt und beginnt dort zu arbeiten. Hier wird ihr endlich beigebracht, wie sie sich “normal” verhält: die richtige Begrüßung, der richtige Gesichtsausdruck, die richtige Kleidung. Sie fühlt sich dort so wohl, dass sie die nächsten achtzehn Jahre dort bleibt und immer mehr Taktiken entwickelt, um “normal” zu wirken.

 

“Einmal kam eine ehemalige Kollegin von Frau Izumi, mit der sie gut befreundet war, als Aushilfe zu uns. Ihre Kleidung sah der von Frau Izumi zum Verwechseln ähnlich. Genauso funktionierte das auch bei mir. Diese Art der Anpassung macht offenbar einen großen Teil unseres Mensch-Seins aus.”

 

Doch irgendwann reicht auch das nicht mehr aus. Warum arbeitet eine junge Frau so lange als Aushilfe und sucht sich nicht einen richtigen Job? Warum hat sie nie einen Freund und heiratet nicht, so wie alle Anderen? Keiko merkt, dass sie etwas ändern muss. Als sie den Außenseiter Shihara  kennenlernt, der sich, im Gegensatz zu ihr am Liebsten an keine Regeln hält, aber trotzdem auch die Ablehnung der Gesellschaft vermeiden möchte, fassen die beiden einen Entschluss.

Das Buch ist einfach großartig. Feinsinnig und etwas verrückt. Und es gibt Ramen. Daher gibt es bei mir  auch Ramen. Das wollte ich schon immer schon mal selbst machen. Und es ist auch gar nicht so schwer und hat eindeutig was Meditatives. Die Brühe hab ich auch selbst gemacht. Das ist gerade richtig was für diese Übergangszeit und die Suppe heizt einem richtig ein.

 

Ramen

 

Und hier auch das Rezept für euch. Wichtig ist wirklich, die Brühe selbst zu machen. Das macht so einen Unterschied und ist die Mühe wert. Ramen kann man natürlich auch kaufen. Die Zubereitung ist jetzt aber nicht der Riesenaufwand und es macht wirklich Spaß. Von der Brühe gleich etwas mehr machen und den Rest einfrieren. Einfach zu lecker.

 

Ramen

Ramen mit Rindfleisch

Zutaten

    Für die Ramen:
  • 25og Mehl
  • 150ml Wasser
  • 2 EL Sesamöl
  • Für die Brühe:
  • 1 Rindfleischbeinscheibe mit Knochen
  • 4 Bio-Hühnerunterschenkel (oder 2 Hühnerschenkel)
  • 1 Knolle Ingwer oder Galgant, in Scheiben geschnitten
  • 3 Zehen Knoblauch, geschält und zerdrückt
  • 3-4 Stangen Lauchknoblauch (Asialaden) oder Frühlingszwiebeln
  • Sojasoße
  • Sesamöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Und außerdem:
  • 2 Handvoll Spinat oder Mangold, oder Pak Choi
  • 2 Handvoll Sprossen
  • 2-3 Stangen Lauchknoblauch oder Frühlingszwiebeln
  • 1 gekochtes Ei
  • Thaibasilikum, Koriander, Chili (nach Bedarf)

Zubereitung

  • Das Rindfleisch auf beiden Seiten gut salzen und ein paar Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Dann zusammen mit den Hühnerschenkeln, dem Ingwer, dem Knoblauch und dem Lauchknoblauch (Frühlingszwiebeln) in einen Topf geben und mit Wasser bedecken.
  • Zum Kochen bringen und dann für mindestens 3 Stunden bei niedrigerer Temperatur köcheln lassen.
  • Für die Ramen Mehl in eine Schüssel geben und nach und nach das Wasser zugeben. Zu einem glatten Teig verkneten und abgedeckt 15 min ruhen lassen. Erneut durchkneten und weitere 15 Minuten ruhen lassen. Der Teig sollte weich und elastisch sein. Teig in vier gleich große Stücke teilen und jedes Stück 1 cm dick auswellen. Die Scheiben mit Öl bestreichen und übereinanderstapeln. Abgedeckt für 10-15 Minuten ruhen lassen.
  • Dann die Scheiben in schmale Streifen (5mm) schneiden und die Stücke vorsichtig an beiden Enden auseinanderziehen, bis sie ca. 80-90 cm lang sind (im Optimalfall) Sanft schütteln zwischendurch hilft auch. Aber nicht zu doll, sonst brechen sie doch durch. In der Brühe brauchen die Nudeln max 5 min. Das Gemüse blanchieren und mit dem Fleisch in einer Schüssel anrichten. Mit Brühe übergießen und mit Kräutern, Sojasoße und Öl abschmecken.
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Was ihr in die Suppe an Zutaten gebt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Da gibt es 1000 Möglichkeiten. Ich hoffe, es schmeckt und nach der Suppe, kannst Du es Dir ja mit dem Buch auf der Couch gemütlich machen. Läuft!

Einen schönen Suppentag!

Eure Kiki

 

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