Hühnersuppe mit Matzenknödel – OTTO

“Sein Haar war ganz fein und weiß, und wie die meisten Dinge an ihm war es durchsichtig geworden: Haare, Haut, Erinnerung.”

Das erste Buch in diesem Jahr war wieder einmal “Coverliebe auf den ersten Blick”. Einfach wunderschön gemacht. “Otto” von Dana von Suffrin, erschienen bei KiWi ist kein lautes aber ein nachhallendes Buch. Toll beobachtet und ich wusste oft nicht, ob ich lachen oder eher weinen soll. Trotzdem eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Kleiner Scherz! Aber ich kann es euch wirklich ans Herz legen, auch wenn es mich ein wenig deprimiert und nachdenklich zurückgelassen hat. Wenn das Bücherjahr so weiter geht, wäre ich jedenfalls sehr zufrieden.

Um was es geht

Die dreißigjährige Timna lebt in München und hat ein Problem: ihren Vater. Der über 80-jährige Otto, der als Jude aus Siebenbürgen in seinem Leben zwar einiges mitgemacht hat, war noch nie der charmanteste Zeitgenosse aber nach einem längeren Krankenhausaufenthalt macht er Timna und ihrer Schwester Babi unmissverständlich klar, dass sie sich um ihn zu kümmern haben. Schließlich sind die beiden alles was er hat und er alles, was sie haben. Klare Sache. Klare Ansage.

Ein anstrengendes Jahr beginnt für die beiden Schwestern und gerade Timna versucht alles, um ihre doch recht schwierigen Familie zusammenzuhalten, ohne ihr eigenes Leben komplett zu vernachlässigen. Kein einfaches Unterfangen, denn Otto ist einfach immer überall und beansprucht jede freie Minute. Bei den zahlreichen Besuchen bei ihm erzählt uns Timna nach und nach ihre eigene Geschichte und versucht außerdem von Otto die fehlenden Puzzleteile in ihrer Familienchronik zu ergänzen. So erfährt man als Leser so einiges über Timnas Kindheit, die Probleme, an denen Otto nicht ganz unschuldig war, aber auch einiges über ihre  Großeltern, das Leben von Otto und ihrer Mutter und auch den Einfluss, den die jüdische Herkunft auf die Biografien der Familienmitglieder hatte und auch heute noch hat.

 

“Unsere Großeltern verbrachten jedenfalls den Rest ihres Lebens mit Landsmännern, sie lernten nur ein paar Worte Hebräisch, sie kochten Hühnersuppe mit Fettaugen und wunderten sich noch nach Jahren, wie schnell das Halbgefrorene auftaute, wenn man es auf den Resopaltisch auf der Terrasse stellte.”

 

Soulfood …

Hühnersuppe! Jewish Pencillin auch genannt, ist für mich eines der heimeligsten Essen, die es gibt. Wenn es einem schlecht geht oder man sich ein wenig kränklich fühlt, gibt es doch nichts Besseres. Findet ihr nicht? Genau das Richtige also um diesen Roman etwas zu verdauen, der mich an vielen Stellen doch gepiekt und gepackt hat. Zum Rezept: Matzenmehl ist leider nicht immer so leicht aufzutreiben, aber solange Hühnerfett in die Knödel kommt, geht das auch notfalls mit trockenen Brötchen.

 

Hühnersuppe mit Matzenknödel

Zutaten

  • 1 Suppenhuhn (Bio- oder aus Freilandhaltung)
  • 3 Zwiebeln geschält und grob gehackt
  • 3 Möhren, geschält und grob gewürfelt
  • 3 Stangen Sellerie, geputzt und in Scheiben geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, geschält
  • 4 frische Lorbeerblätter
  • einige frische Zweige Thymian
  • Meersalz und frischer schwarzer Pfeffer
  • 2 Handvoll Eiernudeln oder Spaghetti, in Stücke gebrochen
  • 1 Bund glatte Petersilie, die Blätter abgezupft
  • 1 kleines Bund Dill
  • Für die Matzenknödel:
  • 4 große Bioeier
  • 4 EL Hühnerfett
  • Meersalz
  • frischer Pfeffer
  • 130g Matzenmehl oder altbackenes Brot, fein zerbröselt

Zubereitung

  • Das Huhn abbrausen und trocken tupfen. In einen großen Topf legen und mit Wasser bedecken, sodass der Wasserspiegel ca. 8-10 cm über dem Huhn liegt. Einmal aufkochen lassen und dann für 30 Minuten auf kleiner Stufe köcheln lassen. Dabei mehrmals den Schaum abschöpfen. Das Gemüse mit dem Knoblauch, den Kräutern und einer kräftigen Prise Salz zugeben. Erneut aufkochen und für ca. 1 Stunde köcheln lassen. Regelmäßig Fett abschöpfen und davon 4 EL für die Knödel aufbewahren.
  • Für die Knödel die Eier in einer großen Schüssel verquirlen. 75 ml kaltes Wasser, das abgekühlte Hühnerfett sowie Salz und Pfeffer einrühren. Anschließend das Matzenmehl oder die Brötchenkrümel unterziehen. Mit Frischhaltefolie abdecken und für mindestens eine halbe Stunde kaltstellen. Mit feuchten Händen ca. 20 Bällchen formen.
  • Nach 1 1/2 Stunden Kochzeit das Huhn herausnehmen und beiseitestellen. Die Suppe durch ein Sieb seien und zurück in den Topf gießen. Die größeren Gemüsestücke zurück in den Topf geben. Zum Kochen bringen und die Knödel zugeben. Bei geschlossenem Deckel erneut für 20 Minuten garen lassen, bis die Knödel aufgegangen sind. Nach 10 Minuten die Nudeln zugeben und mitgaren.
  • Wenn das Huhn abgekühlt ist, zerkleinern und zugeben. Gehackte Petersilie und Dill zusammen mit dem Huhn in die Suppe geben und 5 Minuten erwärmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig!
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Hühnersuppe

Hühnersuppe

 

So eine hausgemachte Hühnersuppe wärmt einfach durch und durch. Wie ein guter Roman. Und in Kombi ist das einfach unschlagbar. Macht es euch kuschelig.

Eure Kiki.

 

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