Erdäpfelstrudel – Der Trafikant

Strudel

 

„Schon nach kurzer Zeit schien es ihm, als ob nicht die Flocken auf ihn zugeflogen kämen, sondern als ob er selbst es sei, der vom Boden abhöbe und mit zunehmender Geschwindigkeit davonraste, immer höher und höher dem weiten stillen Himmel entgegen.“

 

Robert Seethaler steht schon lange auf meiner Leseliste. Der Trafikant, erschienen bei Kein & Aber, wurde erst im letzten Jahr mit großartigen Bruno Ganz verfilmt und eingefleischte Seethalerfans haben mir diesen Roman als „Einstiegsdroge“ empfohlen. Zurecht! Die Geschichte an sich ist weder neu noch besonders originell, aber die Sprache ist einfach wundervoll. Ein eher leises Buch aber mit umso gewaltigeren Sätzen. Ich bin sehr verliebt.

Der 17-jährige Franz Huchel wird von seiner Mutter in den dreißiger Jahren nach Wien geschickt, um als Lehrling in einer Trafik, einem kleinen Tabak- und Zeitschriftengschäfterl sein Glück zu suchen. Einer der Stammkunden ist ein gewisser Professor Sigmund Freud, der dafür bekannt ist, den Leuten den Kopf wieder  gerade richten kann. Franz ist zutiefst beeindruckt und wird ein wahrer Freudfanboy und nach und nach  entwickelt sich so eine Freundschaft zwischen dem verschrobenen Psychoanalytiker und dem jungen naiven Burschen aus Oberösterreich. Als Freud ihm rät sich ein Mädchen zu suchen, verliebt er sich Hals über Kopf in die Böhmin Anezka. Doch auch der Nationalsozialismus macht sich in Wien breit und auch Franz spürt die ersten Auswirkungen im eigenen Umfeld. 

Das Schöne an diesem Buch ist tatsächlich die Leichtigkeit, mit der man in die Geschichte gesogen wird. Man gleitet hindurch und schaut und schaut und am Ende wird man wieder sanft hinausgeworfen.

 

Strudel

 

„Ich hätte Dir so gern ein Blech mit Erdäpfelstrudel geschickt, aber bei der Post heutzutage weiß man ja auch nicht so recht.“

 

Kartoffelstrudel! Kohlenhydrate versteckt in Kohlenhydraten. Großartig. Das klingt nach einem gemütlichen Abend in einer gemütlichen Hütte. Ans Blätterteigziehen habe ich mich aber allerdings noch nicht gewagt. Irgendwann möchte ich das aber unbedingt ausprobieren. Ob sich der Aufwand wirklich lohnt? Mit Fertigblätterteig ist der Strudel schnell gemacht und ein richtiges Wohlfühlessen.

Erdäpfelstrudel

Zutaten

  • 1 Packung Blätterteig
  • 750 g Kartoffeln gekocht, geschält und in Scheiben geschnitten
  • 150 Speck, in Würfel geschnitten
  • 2 weiße Zwiebeln, gewürfelt
  • 1 Pastinake gewürfelt
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 2 Eier
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran, Muskantnuss
  • Petersilie glatt und gehackt
  • 1 Ei zum Bestreichen und Kümmel zum Bestreuen

Zubereitung

  • Backofen auf 200 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze). Blätterteig aus Verpackung nehmen und die Blätter mit Öl bepinseln und übereinanderschichten. Am Besten zwei Blätter nebeneinander überlappen lassen, damit der Strudel etwas länger wird. Speck, Zwiebeln und die Pastinakenwürfel dünsten und die Kartoffeln zugeben und rösten. Mit Salz und Kümmel würzen und beseite stellen. Den Sauerrahm mit den Eiern, dem Knoblauch, der Petersilie und den Gewürzen vermischen. Unter die Kartoffelmasse heben. Die Fülle auf dem Blätterteig verteilen. Die Längsseite mit Eigelb bepinseln, und die Enden mind. 2 cm überlappen lassen. Die Enden ebenfalls umklappen und unter die Teigrolle setzen. Strudel mit dem Ei bestreichen. Einschneiden und mit Kümmel bestreuen. Den Kartoffelstrudel im Ofen für 40 Minuten auf mittlerer Schiene goldbraun backen.
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Strudel

Strudel

Strudel

Ich bin jedenfalls im Erdäpfelstrudelhimmel. Danke, Robert Seethaler. Ich habe mich in Ihrem Roman sehr wohlgefühlt.

Ihre/Eure Kiki.

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