Gorgonzolasandwich à la Bloom – Ulysses

Gorgonzolasandwich

 “Das Essen schuf Gott, die Köche der Teufel.”

 

Happy Bloomsday noch nachträglich für euch alle! In Dublin wurde am 16. Juni  gefeiert, denn das ist der Tag, an dem einer der anspruchsvollsten Klassiker der irischen Literatur spielt: Ulysses von James Joyce, erschienen in einer wunderschönen Ausgabe im Suhrkamp Verlag. Unlesbar wie viele sagen – selbst Reich- Ranicki hat es wohl nicht komplett gelesen. Kein Wunder also, dass ich also einen Mordsrespekt vor diesem hochgelobten Werk habe. Wobei ich mich ja auch leise frage, warum es  als so grandios gilt, wenn es eh keiner lesen kann. Mh. Und ich frage mich ja auch leise, warum ich es nicht geschafft habe, den Artikel am 16. Juni online zu stellen. Mh. Aber es war einfach zu viel los und in naher Zukunft erfahrt ihr auch, warum ich in den letzten paar Wochen doch recht still war.

Zurück zu Ulysses. Auch hier empfehle ich für den “Otto-Normalleser” Sommers Weltliteratur to go – quasi zum Einstieg. Ich liebe diesen Youtubekanal einfach. Hier erfahren wir sofort, dass Ulysses der englische Name für Odysseus ist und die Odyssee die literarische Vorlage für Joyces Roman. Die Geschichte spielt an einem einzigen Tag, nämlich eben, wie bereits erwähnt am 16. Juni 1904. Das Buch ist in 3 Teile und 18 Episoden aufgeteilt, die in meiner Ausgabe nicht so richtig zu erkennen sind. Das entspricht aber eben auch der Aufteilung der Odyssee. Interessant ist, dass Joyce beschlossen hatte, dass er bis zu seinem 40. Geburtstag mit dem Roman fertig ist und genau am 2. Februar 1922 hat er die Feder aus der Hand gelegt. Konsequente Geschichte. Respekt.

Besonders ist auch die Sprache. Joyce arbeitet mit dem sogenannten “Bewusstseinsstrom”, also einem Stilmittel, das Sprache eher bruchstückhaft verwendet und dem Leser das Gefühl geben soll, dass er alles so erfährt, wie es den Figuren gerade durch den Kopf schießt. Nicht ganz unanstrengend aber in kleineren Dosen durchaus spannend. Also: Nicht alles in einem Rutsch durchlesen – das hält wirklich kaum einer aus.

In Ulysses gibt es außerdem jede Menge Personal. Am wichtigsten sind aber auf jeden Fall Leopold Bloom, einem Anzeigenverkäufer, der mit seiner nicht ganz treuen Ehefrau und Konzertsängerin Molly in der Eccles Street lebt und mit dem Joyce an diesem Tag durch Dublin streift. Und natürlich Stephen Dedalus, das Alter Ego von Joyce, der als angehender Schriftsteller und Hilfslehrer sich, wie Telemachos in der Odyssee,  auf die Suche nach seinem Vater macht, den er schließlich in Leopold Bloom findet. Der Inhalt ist komplex und oft nicht leicht zu verstehen oder nachzuvollziehen und verlangt einem als Leser einiges ab. Daher möchte ich auf den genauen Inhalt gar nicht weiter eingehen. Dass James Joyce jedoch etwas Unvergleichliches geschaffen hat, lässt sich nicht bestreiten. Aber: schwere Kost!

 

Gorgonzolasandwich

 

Joyce hat außerdem einen ganz eigenen Stadtplan von Dublin gezeichnet, auf dessen Spuren der heutige Leser immer noch Dublin entdecken kann. Man kann die Orte besuchen, die im Roman eine Rolle spielen. Sowohl die Eccles Street, in der Leopold Bloom lebt, der Martello Tower in Sandycove, in dem die Anfangsszene stattfindet und in dem Joyce sogar wirklich eine Woche gelebt hat, als auch den Pub Davy Byrnes, in dem Leopold Bloom sein Gorgonzolasandwich verzehrt hat.

Dieses berühmte Gorgonzolasandwich hat es nun auch auf meinen Blog geschafft. Da außerdem natürlich viel Guinness getrunken wird, habe ich ein Guinness-Sodabread-Gorgonzolasandwich kreiert. Das Guinnessbrot gibt es in Irland oft in Pubs und schmeckt einfach fantastisch.

 

“Mr. Bloom verzehrte seine Sandwich-Streifen, das frische saubere Brot, mit einem wohligen Anflug von Ekel: der beißende scharfe Senf, der fußige Geruch von grünem Käse. Nippschlückchen Wein streichelten seinen Gaumen.”

 

Gorgonzolasandwich

 

Gorgonzolasandwich à la Bloom

1 Kastenbrot und 2 Sandwiches

Zutaten

    Für das Guinnessbrot:
  • 600 g Dinkelvollkornmehl
  • 150 g Dinkelmehl
  • 75 g Haferflocken
  • 3 TL Natron
  • 1 TL Meersalz
  • 3 TL brauner Zucker
  • 40 g weiche Butter
  • 480 ml Milch
  • 200 g Zuckerrübensirup
  • 1 Dose Guinness
  • Für den Belag:
  • 1 Radicchio Treviso
  • 4 Cornichons
  • 200 g Gorgonzola
  • Für die Dijonnaise:
  • 1 Eigelb
  • 175 ml bestes Olivenöl
  • 2 EL Djionsenf
  • Meersalz
  • Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Für das Brot eine Kastenform einfetten und mit einem Streifen Backpapier auslegen.
  • Das Dinkelmehl mit dem Natron in eine Schüssel sieben. Vollkornmehl, Salz und Zucker ebenfalls untermischen. Butter unter die Mischung kneten und dann nach und nach die Milch, das Zuckerrübensirup und das Guinness zugeben und weiterkneten. Der Teig sollte eine zähflüssige Konsistenz haben. Backofen auf 170 Grad vorheizen und das Brot für 45 bis 60 Minuten backen. Nach 10 Minuten in der Mitte einen Längsschnitt mit einem Rasier- oder Bäckermesser setzen, damit das Ganze schön aufgehen kann. Mit etwas Mehl bestäuben und dann fertig backen. Vorsichtig aus der Form lösen und abkühlen lassen. Wenn es beim Klopftest hohl klingt, ist es fertig.
  • Das Eigelb mit dem Dijonsenf verquirlen und bei laufender Küchenmaschine das Öl tröpfchenweise zugeben. Nach der Hälfte der Ölmenge den Rest in einem feinen Strahl zugeben. Nicht zu schnell eingießen, sonst gerinnt das Ganze und ihr könnt von vorne anfangen.
  • Brotscheiben für die Sandwiches schneiden und kurz antoasten, damit die Dijonnaise nicht durchsuppen kann. Damit bestreichen. Cornichons in längliche Scheiben schneiden und belegen. Salat waschen und mit Olivenöl bestrichen auf die Hälften legen. Gorgonzola verteilen und Sandwich zusammengeklappt und fixiert im Ofen für 10 Minuten überbacken.
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Bleibt nur zu sagen: Joyce und Gorgonzola – eine unglaubliche Mischung und beide nicht einfach zu verdauen.

Eure Kiki

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